Quid pro quo?

 

Nicht selten sind die Kritiker des Network-Marketings selbst ambitionierte Networker gewesen, die sich nach ihrem meist nur kurzen Abenteuer mit einem MLM-Unternehmen im Nachhinein hinters Licht geführt fühlen. Eine andere Gruppe der Kritiker rekrutiert sich aus den Reihen der Leute, die zwar selbst mit Network-Marketing nichts zu tun hatten, jedoch über den Kontakt mit der ersten Gruppe, sich dem Network-Marketing nicht mehr aus einer wertfreien Perspektive nähern konnten. Die dritte Gruppe der Kritiker besteht aus Menschen, die das Prinzip der Auslese vom Grundsatz her als verwerflich ablehnen. Meistens aus einem unreflektierten Gefühl, dass es sich in unserer Gesellschaft für einen guten Menschen einfach ziemt, dieses Prinzip als verwerflich abzulehnen. Seltener, aus dem gleichen Grund, jedoch reflektiert.

Viele der kritischen Einwände, vor allem unter der zweiten Gruppe der Kritiker, basieren auf mangelndem Verständnis der Materie und recht großem Informationsdefizit. Und dennoch wäre es unfair und unvernünftig, alle kritischen Bemerkungen in diese Kategorie zu packen.

Wenn man mit einer Behauptung konfrontiert wird, dass es sich bei Network-Marketing um ein illegales Procedere handele, das auf dem Schneeball-System basiere, muss man einer solchen Theorie große Beachtung schenken? Wohl kaum. Jemand, der so etwas predigt, weiß vielleicht nicht all zu viel. Doch mit Sicherheit weiß er genug, um zumindest ahnen zu können, dass es einfach nicht stimmen kann, was er da erzählt. Denn wenn es stimmt, was er verbreitet, so müsste MLM zumindest offiziell verboten sein. Und wenn er es aber dennoch erzählt, dann ist es ein ausreichender Hinweis dafür, dass der Typ an fundierten Informationen nicht interessiert sei. Daher wird er sie auch nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Man kann sich also getrost die Zeit sparen. Da muss jemand einfach nur seinen Frust abbauen. Und es ist auch sein gutes Recht. Klar, er schadet zwar der ganzen Branche. Aber vielleicht war es sogar auch die Branche selbst, die für seinen Frust gesorgt hat. Dann muss sie ihn auch ertragen können. Manchmal ist es nun mal so.

Doch etwas anderes ist es, wenn man den Vorwurf hört, dass im Network-Marketing unhaltbare Versprechungen als Köder benutzt werden, um Menschen zum Mitmachen zu bewegen. Das als Quatsch abzustempeln, ist unehrlich oder zeugt von Ignoranz, wenn nicht gar von einer gepflegten Arroganz.

Neulich bin ich im Internet auf eine Auflistung von gängigen Versprechungen gestoßen, die in unterschiedlichen Network-Kreisen an der Tagesordnung sind.

Versprechung 1: Sie müssen nur 5 Leute finden, die ebenfalls 5 Leute finden und Sie werden Millionen verdienen...

Versprechung 2: Schauen Sie sich die Bilder dieser tollen Yacht, dieses Luxus-Autos, und dieses prachtvollen Hauses an... Auch Sie werden schon bald stolzer Besitzer dieser Dinge sein...

Versprechung 3: Ihre Upline unterstützt Sie und baut für Sie Ihre Downline auf...

Versprechung 4: Arbeiten Sie mit unserer Firma und Sie werden schon bald Ihren ungeliebten Job an den Nagel hängen können...

Versprechung 5: Zahlen Sie nur diese geringe Startgebühr von 30 Euro, den ganzen Rest erledigen wir. Sie schauen nur noch zu, wie Ihr Bankkonto überläuft...

Sie müssen zugeben: Einem erfahrenen Networker kommen solche Versprechungen nicht ganz unbekannt vor. Und nicht nur das, die Liste ist beliebig erweiterbar!

Nun, und wo ist jetzt das Problem? Das Problem sind die Fakten. Tatsache ist, dass über 90% der Menschen, die sich an MLM versuchen, diesen Versuch recht schnell wieder beenden. Über 90% zahlen drauf, damit die restlichen knappen 10% einigermaßen davon leben können. Und von den 10% „erfolgreichen“ wird auch nur jeder Zehnte wohlhabend. Die anderen können lediglich ihren Lebensunterhalt von MLM bestreiten.

Ernüchternd? Ich denke, ja.

Was entsteht in der Vorstellung eines potentiellen Partners? Ganz klar: In seiner Vorstellung entsteht die Überzeugung, er werde mit MLM reich.
Anders ausgedrückt: Wenn ich als Networker zehn potentiellen Partnern diese oder ähnliche Versprechungen gemacht habe, statistisch gesehen, habe ich nur einem einzigen die Wahrheit gesagt! Noch genauer: höchstens einem einzigen! 

Viele Networker würden an dieser Stelle den Einwand geltend machen wollen, dass sie niemand etwas versprechen. Sie beschreiben lediglich eine Möglichkeit. Sie sagen lediglich, dass die potentiellen Partner im und durch Network-Marketing ein Vermögen aufbauen können. Und nicht, dass sie automatisch reich werden! Zugegeben, dies ist mit Sicherheit ein Unterschied. Und dieser Unterschied entscheidet darüber, dass man von keiner Lüge sprechen sollte. Ansonsten wäre es eindeutig und fraglos verwerflich. 

Aber dennoch: Was entsteht in der Vorstellung eines potentiellen Partners? Ganz klar: In seiner Vorstellung entsteht die Überzeugung, er werde mit MLM reich. Und genau dies ist doch die treibende Kraft, die ihn zum Engagement überhaupt bewegt. 

Nun, ist das denn so schlimm?
Für den einen ja, für den anderen nicht. Diese Kraft ist sicherlich nicht verwerflich und es ist legitim, sich derer zu bedienen. Doch nur dann, wenn man auch bereit ist, über die tatsächlichen Verhältnisse im MLM aufzuklären. Und es gibt genug viele Networker, die ganz gelassen und ungeniert antworten: „Kann ich was dafür? Bin ich verantwortlich für Vorstellungen anderer Leute? Nein, bin ich nicht. Was die anderen sich vorstellen, ist nicht mein Bier. Selbst dann nicht, wenn sie meine Partner werden.“

Diese Einstellung halte ich für unverantwortlich. Und nicht selten wird hier gekonnt und gezielt mit Täuschung gearbeitet. Diese Täuschung wird nicht nur in Kauf genommen, sie wird absichtlich erzeugt.

Und genau diese Einstellung führt dazu, dass die Hälfte aller Ex-Networker sich im Nachhinein betrogen fühlt. Und das ist Fakt. In wieweit dieses Gefühl nun berechtigt ist, oder nicht, sei erst mal dahin gestellt. Entscheidend ist, sie empfinden das so. Und aus dieser Empfindung heraus, sorgen sie für ein verzerrtes Bild der ganzen Branche, die dann in den Augen der Öffentlichkeit einen unseriösen Ruf verpasst bekommt.

Sich nicht verantwortlich fühlen, für die falschen Vorstellungen meiner Partner, ist dumm. Und auf lange Sicht bringt das einen enormen Schaden.
Sich nicht verantwortlich fühlen, für die falschen Vorstellungen meiner Partner, ist unklug. Und auf lange Sicht bringt das einen enormen Schaden. Denn meine „geschädigten“ Ex-Partner werden mit höchster Effizienz dafür sorgen, dass es für mich enorm schwierig wird, neue Partner zu gewinnen. Da spielt auch keine Rolle, dass der vermeintlicher Schaden eher ein gefüllter denn ein wirklicher ist. In den meisten Fällen stellt sich heraus, dass die Herausforderung sich als größer entpuppte, als anfänglich angenommen. Und dass diese Menschen dieser Herausforderung nicht gewachsen waren. Das ist alles. Dass sie dann gerne einen Schuldigen dafür suchen, ist verständlich. Und leider kommt es nicht nur vereinzelt vor, dass sie tatsächlich in der Stärke der Herausforderung, die das Network-Marketing liefert, absichtlich getäuscht wurden.

Es ist eine allgemeine Praxis in der MLM-Branche, dass der Job als easy, unkompliziert und lukrativ dargestellt wird. Und dieses Image wird zur Partnergewinnung gerne als Köder eingesetzt.

Es gibt keinen Grund, diese Praktiken in dieser Form weiter zu pflegen. Und auch früher hat es ihn nie wirklich gegeben. Auch wenn viele immer noch behaupten, dass es anders nicht ginge. Und das glauben auch viele. Dieser Glaube ist so stark in den Köpfen drin, dass es nur einen einzigen Weg gibt, ihn als falsch zu entlarven.
Nur der Erfolg kann für ein Umdenken sorgen. Und nichts anderes.

Mach’s anders! Und sieh’ zu, dass du erfolgreich wirst. Die anderen werden dir folgen. Automatisch.
Wie kann ich fürs Umdenken in der MLM-Branche sorgen? 
Ganz einfach: Mach’s anders! Und sieh’ zu, dass du erfolgreich wirst. Die anderen werden dir folgen. Automatisch.
Viele sehen auch eine zweite Möglichkeit: Halte dich einfach daraus! 
Ich find’s schade. Und obendrauf nicht klug. Denn damit überlassen sie das Feld den anderen. Wenn du’s nicht machst, machen’s die anderen. Doch du könntest es besser.

Aber zurück zu der Statistik.

Wenn’s wirklich wahr sein sollte, dass über 90% aller Menschen, die sich mit dem Network-Marketing befassen, den Versuch erfolglos wieder beenden, ist das nicht ein Beweis dafür, dass die ganze Geschichte nichts taugt?

Das Herausfinden der Antwort, auf die Frage, was die Geschichte taugt oder nicht taugt, überlasse ich jedem selbst. Ich bin weit davon entfernt, eine allgemein gültige Antwort liefern zu wollen. Weil ich generell kein Fan allgemein gültiger Antworten bin. Und es gibt nicht viele Wahrheiten, die für absolut alle Menschen gelten würden.

Doch bevor jemand allzu schnell in dieser Statistik ein Ausschlusskriterium sehen möchte, wäre es angebracht, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Wie sieht es denn woanders aus?

Nur ein Beispiel: Eine Autofabrik mit eintausend Beschäftigten. Wie sehen denn dort die Verhältnisse aus? Anders? Schauen wir doch mal genau hin!

Also: 10 Leute gehören zu den richtig gut verdienenden. Das sind die Direktoren. Lasst uns sie reich nennen (10 Direktoren gibt’s natürlich nicht. Vielleicht drei, höchstens vier, aber egal). Weitere 90 sind in den leitenden Positionen (auch von den Managern wird es viel weniger geben; auch egal). Denen geht es ebenso gut und sie würden sich über ihren Verdienst nicht beklagen. Lasst uns auch sie als gut verdienend bezeichnen. Und? Was ist mit dem Rest? Wie geht’s den anderen 900? Die anderen 900 sind diejenigen, die die Arbeit verrichten. Sie schrauben, sie schweißen, sie lackieren, schleifen und polieren. Das sind die Arbeiter, nicht selten Fließband- und Akkordarbeiter. Und sie sorgen dafür, dass die obere 10% gut verdient. So sieht das doch aus, oder? 
Und, würden Sie die Fabrik schließen wollen? Halten Sie auch diese Fabrik für eine „Taugt-doch-nix-Geschichte“? Das Verhältnis ist gleich: 90 zu 10. Ist eine solche Statistik auch hier ein Ausschlusskriterium?

Ja, ich weiß, es gibt einen Unterschied zwischen den 90% der „gescheiterten“ Networkern und 90% der Fabrikarbeiter. Die Fabrikarbeiter können immerhin von dem Ertrag ihrer Arbeit leben.

Nun, das stimmt. Doch wie und zu welchem Preis? Sie arbeiten hart acht, neun und mit der Hin- und Rück-Fahrt gerne auch mal zehn bis elf Stunden täglich, um davon leben zu können! Zum Vergleich: von den 90% der Networker, die „gescheitert“ sind, wie viele von denen haben aber auch nur eine einzige Stunde jeden Tag investiert? Oder kennen Sie einen Networker, der seit Monaten bereits jeden Tag acht Stunden hart arbeitet und davon nicht leben kann? Wenn ja, wäre mein größter Wunsch, ihn kennen lernen zu dürfen! Bringen Sie uns bitte zusammen. Ich bin mir sicher, dass ich die Lösung für seiner Probleme hab’. 

Aber gut, wir wollen ernst bleiben.
Na dann anders herum: Was würden Sie sagen, wenn jemand in dieser Fabrik zwei mal die Woche eine Stunde lang arbeiten wollte und dabei die Vorstellung hätte, dass das für seinen Lebensunterhalt eigentlich reichen müsste? Wie stark wäre Ihr Mitleid mit ihm, wenn sich seine Vorstellung als utopisch herausstellen sollte? Würden Sie auch in diesem Fall die Fabrik für diese falsche Einschätzung kritisieren? Oder gar die ganze Autobranche als schuldig ansehen? Oder würden Sie denjenigen vielleicht einfach mal aufklären. Einfach die Wahrheit sagen: „Tja Junge, es wäre zwar schön für dich gewesen, und ich selbst hätte auch nichts dagegen, doch, wie du siehst, so läuft es nun mal nicht… Ah, man hat dir etwas anderes versprochen? Verstehe. Und nun ist dieser Schurke auch noch an deiner Naivität schuld, nicht wahr?“

Denken Sie bitte darüber nach, bevor Sie mit der MLM-Branche zu stark ins Gericht ziehen. Ich kenne die Branche und weiß um ihre Schwächen. Bin auch der Letzte, der sie von jeglicher Fehlentwicklung freisprechen wollte. Natürlich wimmelt es oft nur so von Verhaltensmustern, die im höchsten Maße nachdenklich machen müssen. Und dennoch kann ich mich nicht des Eindrucks erwähren, dass manch ein Kritiker die Network-Branche als stellvertretend für die Fehlentwicklungen unserer ganzen Gesellschaft an den Pranger stellen möchte. Vielleicht sogar, um auf diese Weise den Blick von anderen Wirtschaftszweigen weg zu lenken, in denen jene Fehlentwicklung vielleicht sogar noch viel stärker ausgeprägt wäre.

Dazu nur drei Beispiele.

Kritik: In der Network-Branche wird versucht, Produkte an den Mann zu bringen, die kein Mensch braucht. Die Bedürfnisse der Menschen werden nicht gestillt sondern erzeugt.

Zum Überdenken: Was macht denn die ganze Werbebranche? Was macht die ganze Unterhaltungs-Industrie?

Kritik: In der Network-Branche werden überteuerte Produkte vertrieben.

Zum Überdenken: Was machen die TV-Verkaufssender? Wer entscheidet über die Angemessenheit eines Preises, wenn nicht der Markt selbst?

Kritik: In der Network-Branche werden überzogene Vorstellungen als reelle Möglichkeiten in Aussicht gestellt.

Zum Überdenken: Was machen Anlageberater in den Banken? Wie viel Vermögen wurde in dem letzten Jahrzehnt an den Börsen vernichtet, wie viele Menschen in den Ruin getrieben?

Doch zurück zu unserem Beispiel mit der Autofabrik.

Jeder Arbeiter, der in dem Produktionssektor arbeitet, schafft Mehrwert. Und der Mehrwert seiner Arbeit muss höher liegen als der Lohn, den er dafür bekommt. Es muss so sein. Denn nur so kann sein Arbeitsplatz bestehen. Er muss mehr schaffen als das, was er auf seiner Lohnabrechnung zu sehen bekommt. Der Wert seiner Arbeit übersteigt den Wert seines Lohnes. Oder, er gibt mehr, als er bekommt. Mit anderen Worten: Er zahlt drauf! Und das sein Leben lang. 

Und so funktioniert unsere Wirtschaft. Genauer: Nur so funktioniert unsere Wirtschaft! 

 

In unserem Beispiel sind es 90% der Belegschaft, die draufzahlen. Die 10% der restlichen Mitarbeiter, die leitenden Angestellten, profitieren davon. In Wirklichkeit wären die Verhältnisse noch ungünstiger, denn bei 10 Direktoren und 90 Manager habe ich maßlos übertrieben. Doch die genauen Zahlen sind nicht entscheidend. Es geht lediglich darum, dass Sie das Prinzip sehen.

 

Warum? Weil dieses Prinzip der Network-Branche immer wieder vorgeworfen wird. Es wird als verwerflich dargestellt, dass die meisten Networker draufzahlen und nur die wenigen profitieren. Angeblich soll das nicht so sein.

Dass aber die ganze Wirtschaft auf diesem Prinzip aufgebaut ist, wird dabei geflissentlich verschwiegen.


Sicherlich ist das ein kläglicher Versuch, wenn jemand, auf frischer Tat bei eigenem Fehlverhalten erwischt, als Entschuldigung auf andere zeigt mit dem Vorwurf, sie seien noch schlimmer. Ein klares Ablenkungsmanöver. Und zwar unabhängig davon, ob die anderen womöglich in der Tat noch schlimmer sind oder nicht. Fehlverhalten wird nicht durch ein anderes, selbst nicht durch ein größeres, Fehlverhalten gerechtfertigt.

Sicherlich ist das ein kläglicher Versuch, wenn jemand (…) als Entschuldigung auf andere zeigt…
Und dennoch ist bei der Beurteilung, und erst recht bei einer Verurteilung, immer Fairness geboten. Ein Kritiker macht sich schnell unglaubwürdig wenn er mit einem selektiven Blick beim Objekt seiner Kritik genau jene Verfehlungen anprangert, die er geneigt ist, bei anderen zu tolerieren. Da hilft auch nichts der Hinweis, dass er es bei den anderen auch nur widerwillig toleriert und nur deshalb, weil es dort keine Alternativen gebe.
Dann darf aber mit Nachdruck die Forderung gestellt werden: „Gleiches Recht für alle!“.

Denn wenn Sie mit gleichen Kriterien und mit gleichen Maßstäben messen, werden Sie zum Ergebnis kommen, dass von den beiden Vertriebs- oder gar Wirtschaftssystemen, Network-Marketing das weitaus gerechtere System ist!


Aber zurück zu unserer Eingangsfrage: Was ist nun das Ergebnis unserer Überlegungen? Überwiegen jetzt die Pros oder doch die Contras?

Damit die Pros überwiegen könnten, müssten wir uns auch mit ihnen befassen. Und bisher taten wir’s nicht. Ich habe lediglich die Contras aufgezählt. Und auch davon nur einige. Doch das mit Absicht. Die Contras müssen auf den Tisch. Nach Möglichkeit alle. Es bringt nicht das Geringste, die Vorzüge des Network-Marketings vor den Menschen auszubreiten, während die kritischen Aspekte ausgeblendet werden. Jemand, der versucht, der Kritik auszuweichen, verrät, dass er in Wirklichkeit selbst aus unlauteren Beweggründen handelt. Doch das Gute am Network-Marketing ist: Derjenige, der so handelt, bleibt am Ende meistens selbst auf der Strecke. Es ist lediglich eine Frage der Zeit.

Ich habe zwar die Statistiken bemüht doch verlässliche Zahlen gibt es nicht. Aber im Hinblick auf die von mir zitierten Zahlen gibt es eine große Übereinstimmung. So sehr die nackten Zahlen unstrittig sind, so stark gehen bei ihrer Bewertung dann die Meinungen auseinander. Denn, was heißt Erfolg? Was heißt denn gescheitert? Dass über 90% der Networker gescheitert wären, ist lediglich die Meinung der Kritiker. Die Beteiligten selbst empfinden das oftmals anders. Ich kenne viele Menschen, die sich mehrere Jahre im Network engagierten und diese Zeit als die lehrreiche und fruchtbarste in ihrem ganzen Leben betrachten. In dieser Zeit haben sich bei ihnen Gelegenheiten ergeben und Chancen eröffnet. Dann haben Sie sich entschlossen, diese Chancen auch zu nutzen. Und aus diesem Grund haben sie mit dem Network aufgehört. Doch sie sind nicht gescheitert. Über Network haben sie zu dem gefunden, was sie jetzt machen und ohne Network hätten sie es vermutlich auch nicht gefunden. In der Statistik, gelten sie alle als „gescheitert“.

 

Statistisch gesehen endet das Leben aller Menschen tödlich. Die Übereinstimmung liegt bei sagenhaften 100%. Würden Sie auch eine solche Statistik dazu benutzen, um zu behaupten, alle Menschen seien in ihrem Leben gescheitert? Nur weil sie entweder bereits tot sind, oder es bald werden?

Mit Sicherheit empfinden Sie hier keine Relevanz. Sie würden fragen: Was hat der Tod mit dem Scheitern zu tun?

 

Und Sie haben recht. Und genauso kann man fragen: Was hat die Tatsache, dass jemand im Network aufhört, damit zu tun, dass er sich als gescheitert ansehen soll? Er hat qualitativ hochwertige Produkte bezogen und benutzt. Und nun entschließt er sich, sie nicht mehr zu beziehen. Er hätte gehofft, dass er mit dem Weiterempfehlen der Produkte nebenbei sogar noch eine Einnahmequelle aufbauen wird. Und vermutlich ist ihm das bis dato noch nicht gelungen. Und er hört auf.

Dies ist ein normaler Vorgang; Der Normalste der Welt! Es hat mit Network nichts zu tun. Umso mehr aber mit den Menschen! Hierin spiegelt sich ein normales Verhaltensmuster der Menschen wider.

 

In jedem Bereich des Lebens ist der Anteil derer, die erfolgreich die Sache zu Ende bringen, gemessen an all denen, die es versuchen, immer gering!

 

Wie viele Menschen kaufen sich ein Instrument und nehmen sich vor, das Spielen darauf zu erlernen? Und wie viele von all diesen Instrumenten liegen dann in der Ecke, in der Garage oder im Keller rum?

Wie viele Teenager träumen von einer Karriere als Bühnenkünstler oder Sportstar, wie viele von denen versuchen es auch? Und wie viele können am Ende tatsächlich ihr Leben davon bestreiten?

 

Sie sehen: Dass ein Mensch sich etwas vornimmt, seine Pläne später aber wieder verwirft, ist normal. Am Anfang ist die Motivation immer groß und die Ziele ehrgeizig. Zwei Wochen später kann es aber doch anders aussehen. Und es ist nicht verwerflich! Es ist auch kein Armutszeugnis, wenn jemand nicht zu Ende bringt, was er angefangen hat! Es ist normal!


Denn niemand kann voraussehen, was ihn morgen erwartet. Niemand kann in die Zukunft schauen. Niemand weiß, wie sich der Weg, den er heute eingeschlagen hat, morgen entwickeln wird. Es ist nicht grundsätzlich falsch, Pläne zu ändern. Und oft erfordert es sogar viel mehr Mut, seine eigene Planung zu ändern als sie weiter zu verfolgen. Jemand, der nicht das zu Ende führt, was er ursprünglich wollte, zeigt manchmal, dass er den Preis dafür unterschätzt hat. Manchmal aber zeigt er, dass er erkannt hat, dass er es nicht wirklich wollte. Und diese Erkenntnis erfordert Charakter. Niemals würde ich hier von versagen sprechen. Versagen wäre weiterhin seine Ziele zu verfolgen, von denen man sich innerlich längst verabschiedet hat, nur weil das von einem erwartet wird.

 

Und daher sieht die Statistik im Network so aus, wie sie aussieht. Daran ist nicht das System schuld. Wir Menschen sind einfach so. Doch wer hört es schon gerne?

 

Doch eines ist wichtig, und das sollten Sie wissen: Diese Statistik ist irreführend! Denn jemand, der diese Statistik bemüht, erweckt den Anschein, der Erfolg oder Misserfolg im Network würde vom Zufall abhängen. Und die Chancen für den Erfolg stünden schlecht. Sehr schlecht. Und genau das ist der Trugschluss, den man versucht, mit dieser Statistik zu erwecken. 

Die Wahrheit jedoch ist: Der Erfolg im Network-Marketing hängt nur von Ihnen ab! Und von keiner Statistik, egal wie sie auch aussehen mag. Denn die Wahrscheinlichkeitsrechnung bindet Sie nur dort, wo sie keinen Einfluss auf das Geschehen haben. Dann unterliegen Sie der Chancen-Verteilung. Haben Sie jedoch Einfluss auf das Geschehen, so können Sie jede Wahrscheinlichkeit aushebeln. Sie werden dann die Statistik zwar nicht ändern können. Das Verhältnis 90/10 bleibt nach wie vor, egal wie Sie sich auch anstrengen. Doch Sie alleine entscheiden, zu welcher Gruppe Sie gehören werden! Ob Sie zu der Minderheit oder zu der Mehrheit gehören, entscheiden nur Sie. Und keine Statistik.

 

Und genau hier liegt eine Wahrheit, die manch einer nur ungerne hört. Daher versucht man sie oft, mit Statistiken zu ersetzen.


Genauso wenig können Sie die Statistik dafür verantwortlich machen, wenn Sie erklären, warum Sie das Gitarren-Spielen nicht gelernt haben, obwohl Sie es wollten und auch schon angefangen haben, zu üben. Dann aber haben Sie es verworfen. Doch nicht die Statistik ist schuld. Und auch ist der Verkäufer aus dem Musik-Laden kein Schurke, denn er hätte Sie ja warnen sollen anstatt Ihnen die Gitarre zu verkaufen - Was für ein unmoralischer Kerl! Zumindest hätte er Ihnen eine Günstigere anbieten müssen, nicht wahr?

Nein. Es liegt einzig und alleine an Ihnen. Entweder Sie lernen es, oder Sie hören auf. Und wie die Statistik dabei aussieht, spielt absolut keine Rolle! Es liegt einzig und alleine an Ihnen.


Jetzt wissen Sie, warum Menschen, die mit Network aufgehört haben, gerne die Statistiken bemühen...

 

Und wie sieht es auf der Pro-Seite aus?
Auf der Pro-Seite gibt es einen Grund, der für mich ausschlaggebend ist. Im Network-Marketing wird jedem die Chance geboten, sich eigene finanzielle Unabhängigkeit zu erarbeiten. Und niemand kann mir diese Chance verwehren. Außer, ich selbst bin derjenige, der mir im Wege steht.

Das ist der eine Grund. Und ein Weiterer ist: …Ich brauche keinen Weiteren.

Network-Marketing bietet jedem die Möglichkeit, sich an eigenem Geschäftsaufbau zu versuchen. Jedoch ist mit Sicherheit der eigene Geschäftsaufbau nichts für jeden. Doch ebenso mit Sicherheit ist die Entscheidung darüber, ob es für einen in Frage käme oder nicht, jedem Einzelnen selbst zu überlassen. Diese Frage generell stellvertretend für alle beantworten zu wollen, wäre anmaßend.

Network-Marketing bietet jedem die Möglichkeit, sich an eigenem Geschäftsaufbau zu versuchen. Jedoch ist mit Sicherheit der eigene Geschäftsaufbau nichts für jeden.
Ich persönlich ziehe in diesem Zusammenhang gerne den Vergleich mit der Karriere im Leistungssport oder auf der Bühne zu. Auch dort wird der Prozentsatz derer, die „es geschafft“, gemessen an all denen, die es versucht haben, kaum zweistellig sein. Und nichtsdestotrotz würde ich keine Bedenken haben, wenn eines Tages mein Sohn mich mit dem Wunsch konfrontieren sollte, ein Musiker oder ein Fußballprofi werden zu wollen. Mit Sicherheit würde ich versuchen, ihn auf damit verbundene Schwierigkeiten oder gar Gefahren aufmerksam zu machen. Mit Sicherheit würde ich meine Einschätzung seiner Fähigkeiten diesbezüglich abgeben, klar. Doch abgesehen davon, würde ich nach Möglichkeit alles daran setzen, ihn in seinem Bestreben zu unterstützen und mit Rat und Tat zu begleiten.

Das Risiko des Scheiterns ist groß.
Und das Scheitern beim Versuch seinen eigenen Traum zu verwirklichen, tut weh. Nicht selten, mächtig weh. Doch noch mehr tut es weh, wenn jemand sich an der Verwirklichung seines eigenen Traumes erst gar nicht versucht. Aus lauter Vorsicht. Aus der Angst heraus, scheitern zu können.

Beim Versuch, zu gewinnen, kannst du immer auch mal verlieren.
Doch versuchst du es lieber erst gar nicht, dann hast du bereits verloren.

Und wie sieht es mit Ihnen aus? Wie sehen Ihre Träume aus? Haben Sie überhaupt einen Traum noch? Alles bereits erreicht? Oder alle bereits aufgegeben?


 

 

gotop_active Nach oben
 

network marketing mlm multi level marketing mlm waldek burzinski